Über / About Sonja

„Bei näherem Zusehen wird deutlich: Das der Gegenwart zuerkannte Privileg, aus sich selbst verständlich zu sein, stützt sich auf eine Reiche befremdlicher Postulate.
Es setzt vor allem voraus, daß die Lage der Menschen innerhalb eines Zeitraumes von ein oder zwei Generationen nicht nur einem sehr raschen, sondern auch totalen Wandel unterworfen war: daß also keine etwas ältere Institution und keine traditionelle Verhaltensweise den Revolutionen der Laboratorien und Fabriken entkommen wären. Hier vergißt man jedoch die Trägheitskraft so vieler gesellschaftlicher Schöpfungen.“

– Marc Bloch

Under close scrutiny the prerogative of selfintelligibility thus attributed to present time is found to be based upon a set of strange postulates.
In the first place, it supposes that, within a generation or two, human affairs have undergone a change which is not merely rapid, but total, so that no institution of long standing, no traditional form of conduct, could have escaped the revolutions of the laboratory and the factory. It overlooks the force of inertia peculiar to so many social creations

– Marc Bloch

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Sonja Dolinsek ist Historikerin und promoviert an der Universität Erfurt über die Geschichte des Umgangs mit Prostitution nach 1945. Kurz: Es geht um „transnationale Prostitutionspolitiken“ im weitesten Sinne. Im engeren Sinne geht es um eine Vielzahl von Fragen:

  • welche rechtlichen und gesellschaftlichen Status hatten Prostituierte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Ländern, wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder die USA?
  • Was galt überhaupt als „Prostitution“ und wie verschob sich die Auffassung dessen, was als Prostitution galt im Laufe der Zeit und welche Auswirkungen hatte dies auf den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit Prostitution?
  • Welche Akteure befassten sich mit welchen Zielen mit Prostitution und welche Vorstellungen über Geschlecht, Sexualität, Arbeit, Grund- und Menschenrechte prägten diese Vorstellungen, sowie damit verbundene politische Forderungen?
  • Wie wirkte sich die Selbstorganisationen von Prostituierten seit den 1970er Jahren auf die Entwicklung politischer Auseinandersetzungen aus?
  • Was können wir aus der anhaltenden Marginalisierung von Prostituierten für eine Geschichte des 20. Jahrhunderts lernen?

Sonja Dolinsek beschäftigt sich auch mit aktuellen politischen Fragen bezüglich „Sexarbeit“ und „Menschenhandel“. Sie betrieb die Webseite „menschenhandel heute“ und bestückt „Sex Work Research“ mit neuerer Forschung über Sexarbeit.

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Sonja Dolinsek is a historian doctoral student at the Chair of Global History of the 19th Century at Erfurt University and associate lecturer (Lehrbeauftragte) at Humboldt-Universität zu Berlin. She was a Research Associate at the Five College Women’s Studies Research Center at Mount Holyoke College in 2016. Her research interests include transnational and global history and gender history, with a focus on human rights, crime and labor as well as theory and methods. Currently, she is working on her PhD project on the “Transnational politics of sexual labor in the second half of the 20th century” with a focus on the conceptualization of prostitution and trafficking in relation to human rights, labour and sexuality.

Offizielle Webseite (Uni Erfurt) – Official Website (Erfurt University):
https://www.uni-erfurt.de/geschichte/globalgeschichte/personen/sonja-dolinsek/

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